Die Pokalmaschinen sind nicht zu bremsen

Am 20.03.2022 war es soweit, das 2. Kreisklasse Bezirkspokal Halbfinale stand auf dem Terminplan.

Sonntags 14.00 Uhr in eigener Halle (TH: Peter-Ustinov-Halle - für manche von uns auch einfach „unsere andere Halle“) sollten die Pokalmaschinen gegen die favorisierten Hochneukirchener antreten.

Anhand der bisherigen Spiele und TTR-Punkteverteilung waren die Rollen klar verteilt, wir waren der klare „Underdog“, aber im Pokal ist bekanntlich alles möglich.

Für die Pokalmaschinen gab es seit dem Auftakt-Match, zu dem wir noch Unterstützung von Holger Christoph hatten, keine Veränderung mehr im Team. Wir traten an mit Sascha, Randy und Seb, lediglich nach den letzten beiden Doppelniederlagen haben wir über eine alternative Besetzung nachgedacht.

Pünktlich, bevor die eigene Mannschaft komplett war, standen die Gegner aus der Nähe von Mönchengladbach bereits in der Halle. Vielen Dank an Dirk, der nicht nur die Halle aufgeschlossen, sondern auch beim Aufbau geholfen hat.

Nach entspannter Einspielphase – 30 Minuten können bei einem 3-er Team echt lang werden – konnten wir pünktlich um 14.00 Uhr starten.

Sascha startete gegen den gut 100 TTR-Punkte stärkeren M. Coumans und konnte den ersten Satz klar mit 11:2 holen, den zweiten Satz gestaltete er mit 12:10 schon etwas knapper. Wer Sascha kennt, der weiß, noch ist nichts entschieden. Somit ging der dritte Satz erstmal an den Gast. Wer sich nun schon auf ein Fünf-Satz-Match eingestellt hatte, der wurde enttäuscht, scheinbar hat auch schon im Einzel der Pokal eigene Gesetze, jedenfalls nicht der vierte Satz mit 11:8 an uns – der Ehrenpunkt war geschafft.

An der anderen Platte versuchte Randy sein Glück, allerdings hatte der gegen den Einser Manuel Abel mit gut 1.500 TTR-Punkten, nicht unbedingt 2.KK-Qualität, mit 0:3 das Nachsehen.

Zwischenstand nach den ersten beiden Einzeln: 1:1

Mit ausgeglichenem Punktestand konnte Seb relativ entspannt in sein erstes Einzel starten, nachdem der Spieler Klöckner im ersten Satz mit der grünen Noppe nicht klarkam, ging der Satz souverän an Seb. Im 2. Satz spielte der Gegner etwas cleverer und drängte Seb häufig in die Offensive, leider sollten die Attacken nicht belohnt werden.

So dass der zweite Satz am Ende knapp mit 9:11 verloren wurde. Der dritte Satz verlief ähnlich, Klöckner hatte sich absolut auf die Noppen eingestellt und den Ball ohne viel Firlefanz im Spiel gehalten. Auch dieser Satz endete 9:11 – sollte dieser Punkt nach dem starken ersten Satz an den Gegner gehen?

Hätte Seb so weitergespielt, wäre es wahrscheinlich so gekommen. Aber, eine der großen Stärken von Seb, ist nicht nur die Ausdauer den Ball gefühlt tausendmal im Spiel zu halten, er kann auch den Schläger drehen und den Schnitt variieren. Mit dieser Änderung im Spielverlauf konnten leichte Fehler des Gegners erzwungen und die Entscheidung in den fünften Satz verschoben werden. Zum Start hatte Klöckner zwei Mal mit unfischbaren Nassen Glück und konnte 2:0 in Führung gehen, davon unbeirrt holte sich Seb die nächsten 11 Punkte in Folge und bescherte uns das 2:1 Zwischenergebnis.  

Jetzt ging das neuformierte und uneingespielte Doppel Seb & Sascha an den Start, die Gäste wollten nichts anbrennen lassen und schickten mit Abel und Coumans ihre stärksten Recken ins Duell.

In den ersten beiden Sätzen waren die Gegner nicht zu beneiden, auch wenn Sie den einen oder anderen Ball trafen, unsere beiden Strategen konnten fast immer noch einen draufsetzen. Die 2:0 Satzführung sollte nach Hause gebracht werden, etwas Risiko raus, dafür mehr Sicherheit rein – dieser Spielsystemwechsel sorgte vor allem bei Abel für viele starke Punkte und bei Sascha für viele leichte Fehler und somit insgesamt zum deutlichen Verlust des dritten und vierten Satzes. Wie im Einzel zuvor, sollte auch diesmal der fünfte Satz die Entscheidung bringen. Für unser Doppel ging es nochmal darum, den starken Abel aus dem Spiel zu nehmen und gleichzeitig die entscheidenden Punkte zu machen. Nicht wirklich einfach bei dem Spielverlauf, aber wir haben es gut gemacht und konnten bis zum Seitenwechsel mit 5:1 in Führung gehen. Die zweite Satzhälfte war ausgeglichener und die Punkte wurden regelmäßig geteilt. Nach Verwandlung des Matchballs hieß es 11:6 für das neuformierte Doppel der Pokalmaschinen und die Führung konnte auf 3:1 ausgebaut werden. Es fehlte nur noch ein Einzel zum Bezirkspokalfinale!

Fast ohne Pause durfte Randy sein drittes Spiel zählen und Seb sein drittes Spiel spielen. Gegen Coumans half die Drehtaktik leider nicht, vielleicht fehlte auch die Puste, jedenfalls gingen die drei Sätze ziemlich schnell an den Gegner. Im parallelen Spiel durfte Sascha gegen den Hochneukirchener Spitzenspieler zeigen, wie man in Essen zweite Kreisklasse spielt und konnte den ersten Satz überraschend nach Hause holen. War das der mögliche Punktgewinn zum Sieg? Leider nein, während Sascha immer weiter abbaute konnte Abel immer noch eine Schüppe mehr drauflegen. Es gab noch einige spannende Ballwechsel, aber die 1:3 Niederlage konnte nicht verhindert werden.

So wurde aus der 3:1 Führung der 3:3 Ausgleich und Randy musste noch mal zeigen, das er nicht umsonst die Pokalmaschine mit den meisten TTR-Punkten ist.

Nach einigem hin und her und wenig Gelegenheit zu glänzen, ging der erste Satz mit 5:11 an den Gegner. Das konnte Randy nicht auf sich sitzen lassen und holte sich den zweiten Satz mit 11:7 – im dritten Satz konnte Randy sein Spiel aus dem zweiten Satz fortsetzen, musste beim Stand von 6:4 allerdings mit seinem Gleichgewicht kämpfen und stürzte zu Boden. Körperlich nicht beeinträchtigt, aber bei den Ballwechseln immer noch den Sturz im Kopf, gelang es Randy nicht, sein souveränes Spiel durchzusetzen und Klöckner konnte nach leichten Fehlern die Führung übernehmen und den Satz mit 9:11 holen. Jetzt standen alle Pokalmaschinen mit dem Rücken zur Wand, noch ein Satzverlust hätte das Pokal-Aus zur Folge gehabt. Mit dem Gedanken im Kopf spielst Du nicht mehr so locker auf, es wurde zu einer richtigen Zitterpartie, vor allem für die Zuschauer auf den Bänken.

Etwas anders als beim Spiel gegen Seb versuchte der Gegner nicht mehr, den Ball irgendwie im Spiel zu halten, sondern taktierte mit seiner überrissenen Rückhand. Ließ sich Randy in den vergangenen Sätzen hin und wieder darauf ein, gegen die teils recht hohen Bälle in den Angriff zu gehen, so bewahrte er im vierten Satz die absolute Ruhe und hielt den Schläger nur noch zum Abtropfen hin. Diese Bälle waren schon von außerhalb ziemlich eklig anzuschauen und führten häufig zu einem einfachen Schupffehler des Gegners. Mit dem Rücken an der Wand holte Randy den vierten Satz mit 11:9 – zu diesem Zeitpunkt war alles möglich. Randy kam gut in den Satz und ging auch in Führung, machte dann aber zwischendurch einfache Fehler, die Seb schon zu Überlegungen führten eine Auszeit für Randy zu nehmen. Sascha, der Randy schon sehr viele Jahre kennt, wusste allerdings, das eine Auszeit nicht unbedingt für Entspannung bei Randy sorgen muss. Somit zitterten die restlichen Pokalmaschinen mit teilweise zugekniffenen Augen auf der Bank und mussten den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 8:8 verkraften. Dann wurde es kurios, Klöckner, der das ganze Spiel fast ausschließlich Rückhand gespielt hat, umläuft diese und zieht Randy eine völlig unerwartete Linkshändervorhand auf den Tisch und übernimmt das erste Mal mit 8:9 die Führung im fünften Satz. Verdattert, aber nicht verknittert, tut Randy es ihm in den nächsten Ballwechseln gleich und haut ihm zwei gewaltige Vorhandpeitschen rein und sichert sich mit 10:9 den ersten Matchball. Dann geht der Ball ein paar Mal hin und her und liegt genau, wie bei den beiden vorangegangenen Punkten auf dem Tisch, allerdings scheint Randy nicht 100%ig getroffen zu haben und macht den Fehler - 10:10 im alles entscheidenden Satz.  

Spätestens jetzt konnte man das Wummern der Zuschauerherzen in der ganzen Halle hören. Der einzige, der keine Nerven gezeigt hat, war Randy, wie beim Ausgleich zum 10:10 setzt er an, trifft diesmal besser und holt den zweiten Matchball. Und dass die letzten drei erfolgreichen Punkte keine Zufallsprodukte waren bewies Randy mit der vierten erfolgreichen Vorhandpeitsche der letzten fünf gespielten Punkte.

Mit 12:10 im fünften Satz macht Randy den Sieg und somit den Einzug ins Bezirkspokalfinale perfekt!

Das, ein solcher Sieg nicht spurlos an der internationalen Presse vorbei passiert, konnte man in der Dienstagsausgabe der WAZ nachlesen. (Ausschnitt anbei)

Gegen den haushochfavorisierten Gegner aus Hochneukirch konnte Dank einer starken Mannschaftsleistung, ein glücklicher, aber auch verdienter Sieg gefeiert werden.

Ist man am Ende der glückliche oder der effiziente Sieger, wenn man über 20 Ballwechsel weniger gewinnt und 3 Sätze weniger holt und alle Fünfsatz-Matches für sich entscheidet, sollen andere beurteilen.

Die Pokalmaschinen freuen sich jedenfalls riesig über diesen Erfolg und noch mehr, wenn am 03.04.2022 (14.00 Uhr) gegen den ASV Tönisheide in „unserer anderen Halle“ wieder zahlreiche Zuschauer zum Zittern vorbeischauen.  

 

pokalmaschinen waz

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